Molybdän (Mo) - Molybdänlegierungen

Wir liefern Molybdän in einer Reinheit von mehr als 99,8 %. Molybdän zählt, wie Wolfram zu den hochschmelzenden Refraktärmetallen, mit hervorragenden thermophysikalischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften.

Durch gezielte und präzise gesteuerte Legierungsmaßnahmen erzielen wir Molybdänlegierungen mit weiter optimierten Eigenschaften – genau auf die höchsten Anforderungen im High-Tech-Bereich zugeschnitten. z.B. Molybdän-Lanthan (ML), Titan-Zirkonium-Molybdän (TZM), Molybdän-Kupfer (MoCu), Molybdän-Wolfram (MoW) u.a.


Korrosionsverhalten von Molybdän
Molybdän ist gegenüber den meisten Säuren, Laugen, Nichtmetallen gut beständig. (Voraussetzung: Luftfeuchte < 60%; der jeweilige Verwendungsfall muss gesondert betrachtet werden). Molybdän ist unbeständig in sauerstoffabgebenden und in alkalischen Flüssigkeiten bei Temperaturen über 100°C. Sehr gut beständig ist Molybdän gegenüber Wasserstoff, Stickstoff, Edelgasen, Glas und Metallschmelzen – auch bei sehr hohen Temperaturen. Durch Legieren mit anderen hochschmelzenden Metallen kann das Korrosionsverhalten gegenüber bestimmten Medien noch weiter verbessert werden.


Bearbeitung
Im Vergleich zu Wolfram ist Molybdän schon bei niedriger Temperatur gut verformbar und leichter zu verarbeiten. Die spröd-duktil-Temperatur beim Umformen ist zu beachten - je dicker der Werkstoff umso höher die Anwärmtemperatur. Oberhalb der spröd-duktil-Temperatur verliert Molybdän seine Sprödigkeit – es kann zuverlässig rißfrei verformt werden. Auch Schneiden, Stanzen und spanabhebende Bearbeitung ist bei richtiger Anwärmtemperatur möglich.
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Die wichtigsten Eigenschaften von Molybdän
  • hoher Schmelzpunkt von 2620°C (2893K)
  • niedriger Dampfdruck
  • hohes Elastizitätsmodul
  • extrem hohe Warmfestigkeit und Kriechbeständigkeit
  • hohe Wärmeleitfähigkeit
  • niedriger Ausdehnungskoeffizienten
  • hervorragende Korrosionsbeständigkeit
  • gute Bearbeitbarkeit
Einsatzgebiete
  • Rührer in Glas- und Metallschmelzen
  • In der Halbleitertechnik Träger für Leistungselektronik
  • Bauteile, Heizeinsätze in Glühofen, Sinteranlagen
  • Verdampfertiegel
  • Thermoschutzrohre
  • Gleitbeschichtungen
  • Stromzuführungen in Glühlampen
  • Gitterdrähte
  • Abblendkappen in Kfz-Leuchten
  • Bauteile in der chem. Industrie
  • Katalysatorbauteile
  • Wärmesenken

Lieferformen
  • Drähte
  • Rundstäbe
  • Profile
  • Formteile nach Zeichnung

Molybdän-Lanthanoxid (ML)

Nur geringe Mengen an Lanthanoxidpartikeln (Dotierung) verändern die Gefügestruktur von Molybdän erheblich. Die Dotierung bei ML beträgt 0,3 bis 0,7 Gew.-% Lanthanoxide. Dabei entsteht eine Faserstruktur mit feinkörnigen (La₂O₃) -Partikel. ML ist kriechfester (formstabiler) und hat eine höhere Rekristallisationstemperatur als reines Molybdän. ML hat eine gute Schweißfähigkeit mit sich selbst und mit anderen Metallen. Die mechanische Bearbeitbarkeit von ML ist besser als bei reinem Molybdän.
Anwendung
  • In der Lichtindustrie Halte- und Zuführungsdrähte
  • in der Ofenindustrie Heizleiter, Bänder, Drähte
  • Sinterschiffchen
  • Verdampferwendeln
  • Elektroden u.a.
Lieferformen
  • Profile
  • Stäbe
  • Bleche
  • einbaufertige Bauteile nach Zeichnung

Titan-Zirkonium-Molybdän (TZM)

Durch geringe Legierungszusätze von Titan, Zirkonium und Spuren von Kohlenstoff werden optimierte spezifische Eigenschaften erzielt. Im Vergleich zu reinem Molybdän ist TZM fester, es hat eine höhere Rekristallisationstemperatur (um ≥250°C) höher als reines Molybdän und höhere Kriechfestigkeit (formstabil). Gute Bearbeitung. Die Einsatztemperaturen sind 700 bis 1400°C.
Einsatzgebiete
TZM wird aufgrund seiner spezifisch gesteigerten Eigenschaften eingesetzt in der
  • Hochtemperaturtechnik
  • Heisskanaldüsen
  • Anode in Röntgenröhren
  • Gussformen
  • Bauteile in Wärmebehandlungsanlagen
  • Gesenke für isothermische Schmieden
  • Heisskanaldüsen in der Werkstofftechnik
Lieferformen
  • Profile
  • Stäbe
  • Bleche (keine Folien)
  • einbaufertige Bauteile nach Zeichnung

Molybdän-Kupfer (MoCu)

Molybdän-Kupfer ist ein Verbundwerkstoff mit bis zu 35 Gew%-Kupfer. Diese ideale Kombination vereint die hohe Wärmeleitfähigkeit von Kupfer mit der geringen Wärmeausdehnung von Molybdän. Molybdän-Kupfer ist hervorragend geeignet als Schaltkontakt für die Hoch- und Mittelspannung, als Bauelement zur passiven Wärmeableitung (Wärmesenken), ebenso für Elektroden für die Funkenerosion und beim Widerstandsstandschweißen.
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